Spieltheorie: Strategische Entscheidungsfindung erklärt

20. November 2024

Spieltheorie: Strategische Entscheidungsfindung erklärt

Ein einfacher Leitfaden, um bessere Entscheidungen zu treffen, wenn Ihre Ergebnisse von anderen abhängen.

Die Spieltheorie ist die mathematische Untersuchung strategischer Entscheidungsfindung zwischen rationalen Spielern. Ob Sie ein Geschäftsabkommen aushandeln oder Poker spielen, die Spieltheorie bietet einen Rahmen zum Verständnis, wie Menschen Entscheidungen treffen, wenn ihre Ergebnisse von den Handlungen anderer abhängen.

Schlüsselkonzepte auf einen Blick

  • Spieler, Strategien, Auszahlungen: Jedes "Spiel" hat Entscheidungsträger (Spieler), ihre verfügbaren Entscheidungen (Strategien) und die Ergebnisse (Auszahlungen).
  • Nash-Gleichgewicht: Ein stabiles Ergebnis, bei dem kein Spieler durch alleinige Änderung seiner Strategie einen Vorteil erzielen kann.
  • Gefangenendilemma: Ein klassisches Spiel, das zeigt, warum rationale Individuen möglicherweise nicht kooperieren, selbst wenn es in ihrem besten Interesse zu sein scheint.

Das Gefangenendilemma: Ein klassisches Beispiel

Zwei Verdächtige werden verhaftet und getrennt verhört. Jeder steht vor der Wahl: mit seinem Partner kooperieren (schweigen) oder ihn verraten (aussagen).

Auszahlungsmatrix: Gefangenendilemma (Jahre im Gefängnis)
Gefangener B
Gefangener ASchweigt (Kooperiert)Verrät (Sagt aus)
Schweigt (Kooperiert)A: 1 Jahr
B: 1 Jahr
A: 5 Jahre
B: Geht frei
Verrät (Sagt aus)A: Geht frei
B: 5 Jahre
A: 3 Jahre
B: 3 Jahre

Verrat ist für beide die dominante Strategie – sie führt zu einem besseren Ergebnis, unabhängig davon, was der andere tut. Dennoch wären beide besser dran, wenn sie kooperieren würden. Dieses Paradox erklärt, warum Kooperation ohne Vertrauen schwierig ist.

Praxisanwendung: Preiskrieg zwischen Cafés

Stellen Sie sich zwei konkurrierende Cafés vor, die ihre Preise festlegen. Jedes kann zwischen Premium- und Wettbewerbspreisen (niedriger) wählen.

Auszahlungsmatrix: Café-Gewinne
Laden B
Laden APremium-PreisWettbewerbsfähiger Preis
Premium-PreisA: 5.000 €
B: 5.000 €
A: 2.000 €
B: 6.000 €
Wettbewerbsfähiger PreisA: 6.000 €
B: 2.000 €
A: 3.000 €
B: 3.000 €

Die dominante Strategie für beide ist es, Wettbewerbspreise zu wählen, was zu einem Nash-Gleichgewicht führt, bei dem beide weniger verdienen, als wenn sie bei Premium-Preisen kooperiert hätten.

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